Jan Burian
Der Hadrianbrief und seine Funktion in der Historia Augusta
Der Hadrianbrief
(HA Q 8) muss als Schöpfung des HA-Verfassers behandelt werden, dessen
Tätigkeit in das ausgehende 4. Jh. n. Chr. zu legen ist. Sein Ziel bestand vor
allem in der satirischen, offensichtlich literarisch übertriebenen Darlegung
Ägyptens und seiner Bewohner. Die religiöse Situation im Lande diente ihm dazu,
sein Bild in einer expressiven Form zu zeichnen. Das Christentum stand dabei
nicht abseits, aber auch nicht im Vordergrund seines Interesses. Seine
Verspottung, gedeckt von der Autorität Hadrians, konzentriert sich auf die in
Ägypten vorkommenden monotheistischen Religionen – neben dem Christentum ist es
der Judaismus, der Glaube der Samaritaner und der in
Ägypten stark verbreitete Kult des Sarapis. Alle
lehnt jedoch der HA-Verfasser aufs schärfste ab: sie dienen zwar ihrem einzigen
Gott, hinter dem sich aber der Mammon versteckt.